Die Welt ist voller schöner Gärten. Und alle Lebewesen haben etwas gemein, sie sehnen sich nach der Sonne. Und hier beginnt auch unsere Geschichte.

Auf einem Bauernhof lebt die Kuh Luise. Sie ist natürlich nicht allein. Dort gibt es noch viele weitere Kühe und den stattlichen Bullen Amadeus, die Hunde Apollo und Bino, das Kätzchen Gloria und jede Menge Federvieh.

Unweit vom Bauernhof gibt es saftige Wiesen. Und sobald der Tag anbricht und die Kühe gemolken sind, geht es bis zur Abenddämmerung hinaus ins sommerliche Grün.

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Luise hat ein Kälbchen geboren. Es ist bereits drei Tage alt und darf heute zum ersten Mal mit auf die Weide. Luise ist eine sehr gute Mutter, sie lässt ihr Junges kaum aus den Augen. Das gefällt dem jungen Kälbchen nicht immer. Es ist voller Neugier und Tatendrang und noch ohne Namen. Es zupft an den Gräsern, beäugt Schmetterlinge und Käfer und riecht an den bunten Wiesenblumen. Inzwischen ist es fast mittags und die Sonne steht direkt über ihnen. Und auf einmal bemerkt das Kälbchen den gelben Ball am Himmel und schaut zu ihm herauf. Immer wieder schaut das Kälbchen die Sonne an. Es scheint sich dabei sehr wohl zu fühlen und genießt die warmen Strahlen.

Irgendwann schläft das Kälbchen ein und die Sonne wandert etwas weiter. Als das Kälbchen aufwacht, schaut es erneut zum Himmel. Es entfernt sich weit von der Mutter, nur um der Sonne wieder etwas näher zu sein. Plötzlich wird die Idylle von Hundegebell unterbrochen.

Der Bauer will nach den Kühen schauen, um sie nach Hause zu treiben. Er wundert sich, dass das Kälbchen etwas abseits steht und in Richtung Wolken schaut. Luise versucht ihr Kleines mit Milch zu locken, doch es steht einfach nur traurig da.

Der Bauer lächelte und streichelt das Kälbchen. „Das war die Sonne,“ sagte er zu ihm. „Sie muss jetzt schlafen gehen. Genau wie du - mein kleines Sonnenkalb.“ Und er versprach dem Sonnenkalb, dass es morgen in aller Frühe wieder auf die Weide darf...

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Twity, 11.09.2012
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