Im Elfenland

Im Elfenland

In einem fernen Land, wo man noch die Träume verwirklichen kann und es weder Neid noch Habgier gibt, lebt eine kleine Weihnachtselfe Namens Lilli. Sie ist von sehr zierlicher und anmutiger Gestalt und hat ein sehr großes und liebes Herz. Jeder kennt sie im Elfenland, weil sie immer gerne hilft.

Es waren nur noch zwei Tage bis zum Heiligen Abend und sie machte sich große Sorgen um den Weihnachtsmann. Denn sie hatte neulich Besuch von Nero. Er ist die rechte Hand vom Weihnachtsmann und die Oberelfe. Er berichtete ihr, dass der Weihnachtsmann erkrankt sei und das gerade in den letzten Tagen vor dem großen Fest noch sehr viel zu erledigen wäre.

Lilli trommelte alle Bewohner vom Elfenland zusammen. Sie trafen sich an einem herrlichen blauen See, der mit den schönsten Rosen umgeben war. Schmetterlinge und Bienen tummelten sich in dem satten Grün und in den buntesten Blütenkelchen. Lilli erhob das Wort:

"Meine Lieben, vielen Dank, dass ihr alle gekommen seid. Ich brauche dringend eure Hilfe. Der Weihnachtsmann ist erkrankt und nun sieht es sehr schlecht mit dem Weihnachtsfest aus. So viele Kinder auf der Erde werden traurig sein, wenn er nicht zu ihnen kommen kann. Viele Geschenke müssen noch in der Werkstatt angefertigt werden."

Kaum hatte Lilli diese Botschaft verkündet, erklärten sich alle bereit gerne zu helfen. Nero, die Oberelfe, war gerührt und gemeinsam machten sie sich sofort auf den Weg zur Werkstatt vom Weihnachtsmann. Es war ein wunderbarer Anblick, die vielen farbenfrohen und lustigen Elfen tummelten sich wie ein Bienenvolk. Von ihnen ging eine wunderbare Magie aus. Sie trennten sich, denn jeder von ihnen hatte seine bestimmte Aufgabe.

Einige von ihnen gingen zum Haus vom Weihnachtsmann, andere in seine Werkstatt. Lilli und Nero suchten den Weihnachtsmann auf. Er lag in einem riesigen Bett und stöhnte vor sich hin. Als er aber Lilli und Nero sah, leuchteten seine lachenden Augen vor Freude.
„Wie geht es dir heute lieber Weihnachtsmann, fragte Lilli?" - "Ach Lilli, sagte der Weihnachtsmann, ich habe eine schlimme Erkältung und bin mit meiner Arbeit dadurch in Verzug."

"Mach' dir weiter keine Sorgen“ - sprach Lilli. Nero und ich haben Hilfe geholt, alles wird bestimmt rechtzeitig fertig sein." Nero stand neben dem Bett und nickte nur mit dem Kopf. "Ich gehe jetzt in die Werkstatt um nach dem Rechten zu sehen,“ flüsterte Nero und drehte sich noch einmal kurz um und zwinkerte dem Weihnachtsmann zu.

Während die fleißigen Elfen in der Werkstatt sich an das Tageswerk machten, versorgte Lilli den Weihnachtsmann. Sie kochte ihm einen besonderen Heiltee, mit allen Kräutern die es im Elfenland gab. Zur Stärkung gab es noch ein Nudelsüppchen mit Hühnerbrühe. Ihr müsst wissen, im Elfenland gibt es keine "normalen" Hühner“ wie ihr sie bei euch kennt, es sind ganz besondere Hühner. Es dauerte nicht lange, da ging es dem Weihnachtsmann schon etwas besser, aber Bettruhe war immer noch angebracht.

Bis tief in die Nacht hinein werkelten die vielen kleinen und fleißigen Elfen in der Werkstatt. Und bei Tagesanbruch und den ersten Sonnenstrahlen - da war alles vollbracht. Es war nur noch ein einziger Tag bis zum Heiligen Abend. Inzwischen erwachte auch der Weihnachtsmann. Lilli hatte die ganze Nacht bei ihm gewacht. "Guten Morgen, lieber Weihnachtsmann" - sagte Lilli. Er lächelte sie an und sprach:

"Dein Süppchen hat wahre Wunder bewirkt, mir geht es heute wieder viel, viel besser. Wie sieht es denn in der Werkstatt aus Lilli?" Kaum hatte er dies ausgesprochen, stand Nero in der Tür.
"Guten Morgen, lieber Weihnachtsmann, guten Morgen liebe Lilli. Alle haben fleißig geholfen, es muss nur noch alles auf den großen Schlitten, dann kann es endlich los gehen."
Der Weihnachtsmann gab Lilli und Nero einen dicken Schmatzer mitten auf die Wange und zog dann sogleich sein rotes Gewand mit der lustigen roten Mütze und der weißen Bommel an.

Mit eiligen Schritten verließ er das Haus und ging hinüber zur Werkstatt. Dort wurde er schon jubelnd empfangen. Alle freuten sich, dass es dem Weihnachtsmann wieder besser geht. Gemeinsam brachten die Elfen und der Weihnachtsmann alle neuen Spielsachen behutsam zum Schlitten. Die neun Rentiere vom Weihnachtsmann sind schon ganz aufgeregt. Und Rudolph darf wie in jedem Jahr den Schlitten anführen. Nero übergab dem Weihnachtsmann noch schnell die Weihnachtspost, damit er genau weiß, welches Kind welchen Wunsch hat. So sind die Bewohner im Elfenland eben, hilfsbereit und freundlich zu jeder Zeit.

Gegen Mittag macht sich der Weihnachtsmann und einige Elfen auf den Weg. Sie haben eine sehr lange Reise vor sich. Für eine kurze Zeit verlassen sie nun ihr wunderschönes Elfenland, um Freude in die Herzen aller Kinder dieser Welt zu zaubern...

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Twity-Autor, 13.12.2008
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