Die Magd, die an dem Brunnen saß,
sie sollte Wasser holen.
Die Traurigkeit hockt mit im Gras,
es wurde ihr befohlen.

Der Brunnen, er war wirklich tief,
kein Eimer weit und breit.
Die guten Geister, die sie rief,
sie kamen zur rechten Zeit.

" Du süßes Kind, nun weine nicht,
die Hilfe ist schon nah."
Sie trocknet schnell noch ihr Gesicht,
sie staunt, was dann geschah.

Der Eimer fing zu schweben an,
taucht in den Brunnen ein.
Noch ehe sie sich recht besann,
schöpft er statt Wasser Wein.

"Du liebes Kind, lauf schnell zurück,
wir wollen bei dir sein.
Bald kommt zu dir das holde Glück,
bring deinen Herrn den Wein."

Am Tore schimpft der Herr recht laut.
"Wo steckt das dumme Kind?"
Die Magd, die sich kaum heimwärts traut,
begleitet jetzt der Wind.

Er bläst den Bauer einfach fort,
er ward nicht mehr gesehen.
Es herrscht jetzt Ruhe an dem Ort,
der Magd wird nichts geschehen.

Sie bietet täglich süßen Wein,
der Brunnen ist ihr hold.
Die Geister, sie beschützen sie,
und machten das Wasser zu "Gold".

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Twity, 22.04.2009
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