Im Mondesschein


Es ist mitten in der Nacht. Der Mond steht hoch am Himmel. Die kleinen Sterne blinken leuchtend hinab in die Dunkelheit. Tom wälzt sich hin und her in seinem Bett, er scheint sehr unruhig zu schlafen. Was quält ihn bloß? Er nimmt uns mit auf seine Traum-Reise...

Aufgewühlt sind seine Gedanken, er fühlt sich einsam, traurig und ihm ist kalt. Im Traum findet er sich auf einer schwebenden und weichen Wolke wieder und er hat angst zu fallen. Langsam versucht er aufzustehen und merkt plötzlich wie er von der Wolke zur Milchstraße getragen wird. Dort begegnete ihm der alte Mond. Er fragte ihn: "Wo bin ich hier und wie komme ich hier her?"
Der Mond lächelte ihn an und sprach: "Du bist deinem Traum gefolgt und bist hier in der Milchstraße."
"Wie kann ich dir helfen, was führt dich zu mir?" "Ach, lieber, alter Mond, mein Herz ist so schwer und voller Traurigkeit, ich finde keine Ruhe mehr. Und werde geplagt von Einsamkeit und Kälte. Ich kann auch keine innerliche Wärme mehr spüren."

"Du hast ein wahrhaft schweres Los, ich werde versuchen dir zu helfen.
Du musst nur drei Aufgaben erfüllen, gelingt es dir sie zu lösen, so werde ich dich dafür angemessen belohnen.
Die erste Aufgabe will ich dir nun stellen, dafür hast du drei Tage Zeit.
Denke über dein bisheriges Leben nach und steige hinab in die Drachenschlucht, bringe mir die Fackel des ewigen Feuers. Die Wolke, mit der du gekommen bist, wird dich wieder zu mir bringen."

Tom machte sich sogleich auf den Weg und begann dabei über sein bisheriges Leben nachzudenken.
Im Traum befand er sich nun wieder auf der Erde. Er kannte die Drachenschlucht nur zu gut und machte sich sogleich auf den beschwerlichen Weg. Er seilte sich an einen steilen Abhang herunter und begann die Schlucht zu durchsuchen. Aber er fand dort einfach keine Fackel. Enttäuscht kehrte er wieder zurück.

Der Mond erwartete ihn schon. Tom sprach zu ihm: "Lieber Mond, ich habe den beschwerlichen Weg auf mich genommen und konnte keine Fackel des ewigen Feuers finden."
Und wieder lächelte der Mond und sprach zu Tom: " Die Fackel des ewigen Feuers gibt es auch nicht, ich wollte nur sehen, ob du eine wirkliche Veränderung willst und ob du auch bereit bist, einen steinigen Weg für eine Veränderung zu gehen.
Nun sage mir noch, hast du über dein bisheriges Leben nachgedacht?"

" Ja, das habe ich" - sprach Tom. "Dann kennst du auch in deinen tiefsten Inneren die Lösung für deine Probleme. Das du mutig bist und kämpfen kannst, das hast du mir bereits bewiesen. Nun stehe dir nicht weiter selber im Weg und glaube nur fest an dich."
Tom verstand die Antwort nicht und dachte darüber weiter nach, als er sich bereits verabschiedete und die Wolke ihn wieder zurück brachte.

Inzwischen war es sieben Uhr in der Frühe, der Wecker klingelte. Er erwachte aus seinem Traum und ihn umschlich ein seltsames und doch bekanntes, wohliges Gefühl. Warum fühlte er sich plötzlich nicht mehr so einsam und traurig und hatte positive Gefühle und Gedanken? Sein Herz raste nur so, aber diesmal ohne die Angst der Einsamkeit im Nacken oder eine Kälte im Herzen zu spüren. Was war mit Tom passiert?
Er hatte erkannt, das sich alles nur in seinem Kopf gedanklich abspielt und diese Gedanken sein ganzes Fühlen und Handeln beeinflussen. Wenn er selber eine Veränderung will, dann ist er auch selber in der Lage dazu.

Tom schüttelte den Kopf und musste über die List des Mondes in seinem Traum lachen. Er ging zum Fenster, schaute zum Himmel hinauf und sagte laut vor sich hin: "Ich danke dir lieber Mond - vielen lieben Dank für deine Weisheit." Und mit einem Lächeln im Herzen und einem Lied auf den Lippen, stürzte er sich in sein neues Leben. Heute soll der erste Tag in seinem neuen Leben beginnen...

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Twity, 27.02.2009
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29.8.15 10:01

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